Sonntag, 26. August 2018

Zum Auftakt: Klezmer

Eröffnung und Klezmer-Konzert


Der Zürcher Ständerat Daniel Jositsch hat die Schirmherrschaft über die Woche der jüdischen Kultur übernommen. Mit einer kurzen Ansprache gibt er den offiziellen Startschuss, bevor der Kulturstrudel mit Pauken und Trompeten losgeht – oder im Fall der Klezmer-Band mit Violine, Klarinette und Klavier.

Nach dem Zweiten Weltkrieg schien die Klezmer-Musik vom Verschwinden bedroht. Aber das Gegenteil trat ein: In den letzten vierzig Jahren hat diese osteuropäisch-jüdische Musik einen weltweiten Aufschwung genommen, und zwar weitab von der reinen Nostalgie. Neue Trends und Tendenzen, von historisch-authentischen Interpretationen zu avantgardistischen, exotischen und tanzbaren Formen, halten diesen traditionellen Musikstil jung und lebendig und werden vom Musikpublikum begeistert akzeptiert. Die drei Musiker kombinieren fetzige Klezmer-Traditionals mit Ausschnitten aus «The Klezmers Wedding» von Srul Irving Glick.

Klezmermusik mit Ronny Spiegel, Violine, Michal Lewkowicz, Klarinette, Benedek Horvath, Klavier

Veranstalter:
Verein für jüdische Kultur und Wissenschaft

Ort:
Miller’s Theater, In der Mühle Tiefenbrunnen, Seefeldstrasse 225,
8008 Zürich

merk-würdig

Vernissage der Ausstellung im Archiv für Zeitgeschichte

Wie sieht ein Gebetbuch in Blindenschrift aus? Wieso hat Sigi Feigel einen Strick zugeschickt bekommen? Leisten Schweizer Juden Militärdienst? Warum gibt es im Archiv dutzende kunstvolle Skizzen von Autos?

Die Ausstellung „merk-würdig“ zeigt aussergewöhnliche Fundstücke aus dem Archiv für Zeitgeschichte, die überraschen oder verwirren. Die ausgestellten Objekte stehen dabei jeweils exemplarisch für ein Element der Jüdischen Geschichte und Kultur in der Schweiz. So gibt die multimediale Ausstellung Einblick in das Leben jüdischer Viehhändler, thematisiert Antisemitismus, beleuchtet die Situation von Juden im Militärdienst, zeigt das jüdische Vereinsleben und veranschaulicht, wie die Schweizer Jüdinnen und Juden vom Zweiten Weltkrieg betroffen waren.

  • Begrüssung durch Archivleiter Dr. Gregor Spuhler
  • Vorstellung des Ausstellungskonzepts und des Wegs zur Ausstellung (Dr. des. Sabina Bossert; Rosina Berger, lic. phil.)
  • Wissenschaftlicher Vortrag zur Schweizerisch-Jüdischen Geschichte von Prof. Dr. Erik Petry
  • Apéro

Veranstalter:
Archiv für Zeitgeschichte der ETH Zürich

Ort:
ETH Zürich, Archiv für Zeitgeschichte, Seminarsaal, Hirschengraben 62, 8001 Zürich

 

Here comes a foreign song I learned in Utah (Bob Dylan)

Die jüdische Erfindung der Popmusik in Amerika
Vortrag mit Musikbeispielen

Mit der Erfindung des Grammophons durch Emil Berliner in den USA begann der Siegeszug der populären Unterhaltungsmusik. Es waren jüdische Komponisten und Songwriter, Erfinder und Marketinggenies, Künstler und Produzenten, die den „American Dream“ zum ersten Inbegriff einer Weltkultur machten.

Hanno Loewy, Autor der Ausstellung „Jukebox. Jewkbox!“ und Museumsleiter in Hohenems, erzählt von unglaublichen Karrieren, die sich der Sehnsucht von Außenseitern, Entwurzelten und Migranten verdankten, der Sehnsucht danach, endlich dazuzugehören.

Veranstalter:
Verein für jüdische Kultur und Wissenschaft

Ort:
Miller’s Theater, In der Mühle Tiefenbrunnen, Seefeldstrasse 225,
8008 Zürich

Hommage für Leonard Bernstein

Vortrag, Film & Konzert

 

Im August 2018 wäre Leonard Bernstein 100 Jahre alt geworden. Dass aus dem jüdischen Immigranten-Sohn ein amerikanischer Star werden würde, hätte wohl niemand gedacht, als er 1943 die Chance erhielt, für den erkrankten Bruno Walter einzuspringen. Sein musikalisches Schaffen als Komponist, Dirigent und Vermittler ist immens und ein wunderbares Beispiel dafür, wie das jüdisch-europäische Erbe in Amerika zu etwas Neuem wurde. Bernsteins Protegé Michael Tilson Thomas hat ihn wohl am besten charakterisiert. Für ihn stand Bernstein für gesellschaftliche Verantwortung, Integration, und Grosszügigkeit. Das Maestro-Gehabe vieler seiner Kollegen lag ihm fern, doch hinsichtlich Professionalität stand er ihnen in nichts nach. Die Lieder des Musicals „West Side Story“, dessen Verfilmung von 1961 gezeigt wird, ist amerikanisches Kulturgut par excellence geworden, doch wollte Bernstein auch als Komponist klassischer Musik ernst genommen werden, weshalb am Abend seine Duos und Trios im Konzert vorgestellt werden.

Das Programm im einzelnen:

  • 16.30: „Die fünf Leben des Leonard Bernstein, Teil 1.“
  • Einführung zu Leben und Werk mit der Musikwissenschaftlerin Gabriela Kägi, danach Vorführung von West Side Story, der grandiosen Filmversion von Leonard Bernsteins Musical aus dem Jahre 1961 mit u.a. Natalie Wood.
  • 19.00: Apéro
  • 19.45: „Die fünf Leben des Leonard Bernstein, Teil 2“
  • 20.00: Konzert mit dem Trio Sandra Goldberg, Annlynn Miller und Ulrich Schmid sowie dem Spezialgast Dimitri Ashkenazy mit Duos und Trios von Leonard Bernstein

Veranstalter:
Omanut, Verein zur Förderung jüdischer Kunst in der Schweiz

Ort:
Miller’s Theater, In der Mühle Tiefenbrunnen, Seefeldstrasse 225,
8008 Zürich